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Kabeldiebstahl an Kölner Ladesäulen steigt um 1.550 Prozent: TankE rüstet nach

Der Kölner Ladenetzbetreiber TankE schützt seine 184 Schnellladepunkte mit schnittfestem Kabelschutz und Alarmsystem, nachdem die Diebstahlsfälle von 2024 auf 2025 von fünf auf rund 60 explodiert sind.

1.550%
Anstieg Kabeldiebstähle Köln

TankE rüstet seine Kölner Schnellladesäulen mit einem zweistufigen Schutzsystem nach: Die CCS-Ladekabel erhalten eine schnittfeste Ummantelung, die das Durchtrennen erschwert, und ein Alarmsystem, das bei Manipulation eine Sirene und ein Blitzlicht auslöst. Laut TankE wurden mehrere Systeme geprüft, bevor man sich für das aktuelle entschied, das "sowohl technisch als auch im laufenden Betrieb überzeugt" habe. Ein weiterer Vorteil: Die Nachrüstung ist im laufenden Betrieb ohne längere Ausfallzeiten möglich.

Der Anlass ist eindeutig. In Köln stieg die Zahl der Kabeldiebstähle von fünf Fällen im gesamten Jahr 2024 auf rund 60 Fälle allein von Januar bis Oktober 2025. Das entspricht einem Anstieg von 1.550 Prozent. TankE betreibt in Köln aktuell 1.330 öffentliche Ladepunkte, davon 184 Schnellladepunkte mit fest montierten CCS-Kabeln. Nur diese sind betroffen, weil an den 1.146 AC-Normalladepunkten die Fahrer ihr eigenes Kabel mitbringen.

Das Missverhältnis zwischen Beute und Schaden ist frappierend. Der Automobilclub Verkehr (ACV) schätzt den Materialwert des gestohlenen Kupfers auf rund 50 Euro pro Fall. Der Reparaturschaden liegt laut ACV zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Dazu kommt der Ausfall des Ladepunkts, der laut einem ACV-Sprecher "insbesondere bei niedrigem Ladestand die Weiterfahrt erheblich erschweren" kann. Wiederholte Ausfälle könnten "das Vertrauen in die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität beeinträchtigen".

Köln ist kein Einzelfall. Der Energieversorger EnBW, der das größte Schnellladenetz in Deutschland betreibt, registrierte bis Oktober 2025 über 900 Kabeldiebstähle seit Jahresbeginn. EWE Go aus Oldenburg meldete eine Zahl im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich. Eine bundesweite Übersicht existiert nicht.

TankE ist nicht der einzige Betreiber, der gegensteuert. Der britische Anbieter InstaVolt stattet Kabel mit GPS-Trackern aus, Tesla integriert nicht abwaschbare Farbe, die bei Beschädigung der Hülle herausspritzt. Andere Unternehmen setzen auf Videoüberwachung oder ersetzen Kupfer durch günstigere Materialien wie Aluminium. Welches System TankE konkret einsetzt und wie viele Säulen nachgerüstet werden, hat das Unternehmen nicht öffentlich gemacht. Ein LinkedIn-Foto zeigt eine TankE-Säule mit dem System GridZon des Anbieters Reload-Solution aus Hamm, ob es sich dabei um einen Test handelte, ist unklar.

Auf politischer Ebene fordert der Branchenverein Inspire, in dem verschiedene Unternehmen aus dem Lade-Ökosystem organisiert sind, seit Ende 2025 Maßnahmen der Bundesregierung zum Schutz öffentlicher Ladeinfrastruktur.

Quellen

  • 01
    electrivewww.electrive.net/2026/08/05/schutz-vor-kabeldiebstahl-ko…
  • 02
    heise.dewww.heise.de/en/news/TankE-secures-CCS-charging-cabl…
  • 03
    heise.dewww.heise.de/news/TankE-sichert-CCS-Ladekabel-gegen-…
  • 04
    ksta.dewww.ksta.de/koeln/tanke-koelner-betreiber-ruestet-l…
  • 05
    fr.dewww.fr.de/panorama/koelner-betreiber-ruestet-lade…

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