Der Natriumionen-Akku galt lange als interessante, aber zu teure Alternative zur Lithium-Technologie. Das könnte sich bald ändern: Laut einem Bericht der chinesischen Wirtschaftszeitung National Business Daily erwarten Branchenexperten, dass Natriumionen-Zellen bis Ende 2026 Preisparität mit Lithiumeisenphosphat-Batterien (LFP) erreichen. CATL-CTO Lin Jiubiao bestätigte das Ziel auf einer Branchenveranstaltung und kündigte an, bereits im September dieses Jahres die ersten Natriumionen-Energiespeichersysteme auszuliefern, mit Jahresliefermengen im Gigawattstunden-Bereich.
Technisch hat CATL nach eigenen Angaben entscheidende Hürden überwunden: Probleme bei der Massenproduktion wie Feuchtigkeitskontrolle in Hartkohle-Anoden und Gasentwicklung seien gelöst. Die resultierenden Zellen sollen eine Zyklenlebensdauer von 15.000 Ladezyklen erreichen und bei extremen Temperaturen funktionieren. Parallel dazu fällt der Preis für Hartkohle-Anoden, eine Schlüsselkomponente: von 60.000 bis 70.000 Yuan pro Tonne im Jahr 2024 auf angestrebte 35.000 bis 40.000 Yuan bis 2026, mit einem Langfristziel unter 25.000 Yuan.
Die Lieferkette wächst ebenfalls schnell. Kathodenmaterial-Hersteller Ronbay Technology plant, seine Kapazität bis 2026 auf 2,8 Millionen Tonnen auszubauen. Wang Zunzhi, Leiter der Natriumionen-Sparte bei Ronbay, vergleicht die aktuelle Dynamik mit dem LFP-Boom des Jahres 2020. Experten sehen Natriumionen-Akkus weniger als Ersatz für Lithium, sondern als Ergänzung: vor allem für Kälteklima-Speicher, Netzregelung und leichte Elektrofahrzeuge. Das Marktforschungsunternehmen SPIR prognostiziert für den globalen Natriumionen-Speichermarkt bis 2030 ein Volumen von 580 GWh, mit Automobilanwendungen von potenziell über 410 GWh.
Quellen
- 01CarNewsChinacarnewschina.com/2026/06/09/sodium-ion-batteries-to-reac…