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380 Wärmepläne ausgewertet: Wärmepumpen und Wärmenetze sollen 2045 vier Fünftel des Wärmebedarfs decken

Eine neue Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt auf Basis von 380 kommunalen Wärmeplänen: Wärmepumpen übernehmen 42 Prozent, Wärmenetze 37 Prozent der Wärmeversorgung bis 2045.

42%
Wärmepumpen-Anteil 2045

Fraunhofer ISE und das Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie "Kommunale Wärmeplanung in Deutschland" veröffentlicht. Grundlage sind rund 380 Wärmepläne für etwa 940 Kommunen, deutlich mehr als bei der ersten Auswertung vom Mai 2025, die 113 Pläne für 223 Kommunen umfasste. Die Mehrheit der neu einbezogenen Pläne entstand bereits auf Grundlage des Wärmeplanungsgesetzes.

Das Ergebnis ist eindeutig: Wärmepumpen sollen 2045 rund 42 Prozent der Wärmeversorgung abdecken, Wärmenetze rund 37 Prozent. Zusammen kommen beide Technologien damit auf etwa vier Fünftel des gesamten Wärmebedarfs. Erdgas und Heizöl spielen in den kommunalen Zielbildern kaum noch eine Rolle. Kleinere und mittlere Kommunen setzen dabei stärker auf dezentrale Wärmepumpen, größere Städte planen intensiver mit Wärmenetzen. In Großstädten über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegen die geplanten Anteile leitungsgebundener Wärmeversorgung für 2045 zwischen 47 und 82 Prozent.

Bei den Wärmenetzen zeigt sich ein klarer Ausbaupfad: Heute verfügen 71 Prozent der untersuchten Kommunen über mindestens ein Wärmenetz. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 91 Prozent steigen, bis 2035 auf 95 Prozent. Der Anteil der über Wärmenetze gelieferten Wärme soll von derzeit rund 15 Prozent auf 38 Prozent im Jahr 2045 wachsen. Allerdings fehlen in mehr als der Hälfte der Wärmepläne konkrete Angaben dazu, wie die Wärmeerzeugung für diese Netze künftig aussehen soll. Wo Angaben vorliegen, ist die häufigste Kombination Wärmepumpen plus biogene Energieträger, ergänzt durch Abwärme und Geothermie.

Drei strukturelle Schwächen ziehen sich durch viele Pläne. Erstens bei der Gebäudesanierung: Zwei Drittel der Kommunen rechnen mit jährlichen Sanierungsraten über dem historischen Vergleichswert von etwa einem Prozent, ohne zu belegen, wie diese erreicht werden sollen. Über alle Pläne hinweg sinkt der angenommene Endenergiebedarf für Wärme bis 2045 um rund 32 Prozent. Die Forschenden empfehlen, auch weniger ambitionierte Sanierungsverläufe in die Infrastrukturplanung einzubeziehen.

Zweitens bei Biomasse: In 63 Prozent der Kommunen liegt der für 2045 geplante Verbrauch biogener Energieträger über dem lokal ausgewiesenen Potenzial. Aufsummiert übersteigt der geplante Verbrauch das Potenzial um fast 40 Prozent. Viele Kommunen gehen implizit davon aus, Biomasse aus anderen Regionen oder dem Ausland zu beziehen. Wenn das viele Kommunen gleichzeitig tun, entstehen Nutzungskonkurrenzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Pläne unterschiedliche Definitionen für Biomassepotenziale verwenden.

Drittens bei industrieller Prozesswärme: Nur rund zwei Drittel der Pläne enthalten überhaupt Angaben zum Wärmebedarf von Industrie und Gewerbe. Kaum ein Plan unterscheidet dabei zwischen Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme. Das macht es schwierig, den künftigen Wasserstoffbedarf abzuschätzen. Wasserstoff selbst spielt in den kommunalen Zielbildern ohnehin eine Nebenrolle: Rund zwei Drittel der Kommunen sehen für 2045 keinen Wasserstoffeinsatz vor.

Die Studie entstand im Rahmen des Projekts "KOMpare", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Weitere Auswertungsrunden mit zusätzlichen Wärmeplänen sind geplant.

Quellen

  • 01
    Fraunhofer ISEwww.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformatione…
  • 02
    oeko.dewww.oeko.de/news/pressemeldungen/breitere-datenbasi…
  • 03
    ise.fraunhofer.dewww.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/projekte/k…
  • 04
    ise.fraunhofer.dewww.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformatione…

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